Bremer Literaturpreise 2008 für Schädlich und Melle
Hans Joachim Schädlich erhält den Bremer Literaturpreis für "Vorbei. Erzählungen" (Berlin: Rowohlt, 2007). Begründung der Jury: „Hans Joachim Schädlich erhält den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2008 für Erzählungen, die Künstlerschaft in der feudalen Situation der Alimentierung darstellen. In Schädlichs Sprache, deren gestochene Klarheit den Zusammenhang von künstlerischer Produktion und sozialer Abhängigkeit seziert, wird die Gefährdung der Künstlerexistenz, ihre Randständigkeit und ihr Überlebenskampf gegenwärtig. In gegenläufigen Erzählformen der Annäherung, der ermittelnden Rekonstruktion und der Vergegenwärtigung erweist sich die analytische Kraft seiner Sprache.“ Bücher von Hans-Joachim SchädlichThomas Melle erhält den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis für "Raumforderung. Erzählungen" (Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2007). Begründung der Jury: "Thomas Melle erhält den Förderpreis für seinen Erzählungsband „Raumforderung“. In seinem Debüt erkundet er mit großem sprachlichen Furor, der Gabe kühler Beobachtung und vitaler Lust am Experiment die gegenwärtigen Möglichkeiten der Kurzgeschichte. Er schreibt auf Augenhöhe mit den technischen Medien und reagiert mit erzählerischen Mitteln auf die Herausforderung der Literatur durch das Internet. Mit der Sprach- und Bewusstseinskrise macht er zentrale Themen der Moderne auf originelle Weise erneut fruchtbar.“ Bücher von Thomas Melle Der Bremer Literaturpreis 2008 wird am 28. Januar 2008 im Bremer Rathaus verliehen.
(07.01.2008)
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Franzobel ist neuer Inselschreiber auf Sylt
Das 8. Sylt Quelle Literaturstipendium „Inselschreiber“, das von der Stiftung kunst:raum sylt quelle seit 2001 vergeben wird, erhält der österreichische Schriftsteller Franzobel. „Moderne Märtyrer“ war das Thema der Ausschreibung, mit dem sich über 200 Autorinnen und Autoren um das Stipendium beworben haben.Die jährlich wechselnde Jury, der Sigrid Löffler (LITERATUREN), Silke Behl (Radio Bremen), Ira Panic (Kulturjournalistin), Birgit Politycki (Agentur Politycki & Partner), Thomas Böhm (Literaturhaus Köln) und der Schauspieler Ulrich Matthes angehörten, schreibt in ihrer Begründung: „Eine Seilbahnfahrt wird zum apokalyptischen Welttheater, zur schreckensvollen Lebensreise, zu einer Phantasmagorie der Angst: Franzobels „Die Reise in den Himmel“ nimmt den Leser mit in die existenzielle Erfahrung, dass wir alle in der Luft hängen, uns in Sicherheit wiegen wollen und doch der kontrollierten Umstände nie sicher sein können. Durch Kaskaden von eigenwilligen, barocken Metaphern wird das Bedrohliche ins Groteske und Aberwitzige gedreht, in einen Schwindel von Slapstick und Todesangst, nur um in einer Gipfellandung von tückischer Glimpflichkeit zu enden. Franzobels Wortwitz und Selbstironie bewahren den Text vor dem schweren Bedeutsamkeits-Gestus, der Parabeln sonst oft anhaftet“. Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2005 den Nestroy Theaterpreis. Seine Romane, zuletzt Liebesgeschichte (2007) und Das Fest der Steine oder Die Wunderkammer der Exzentrik (2005) sind im Zsolnay Verlag erschienen. Er hat Theaterstücke, Prosatexte und Lyrik veröffentlicht und schreibt auch für Kinder.
Die Stiftung kunst:raum sylt quelle fördert internationale Gegenwartskunst aller Sparten und vergibt seit 2001 alljährlich das Literaturstipendium „Sylt-Quelle Inselschreiber“ an Autorinnen und Autoren aus dem deutschsprachigen Raum. Es umfasst aktuell eine einmalige Zuwendung von 5.000 Euro und einen zweimonatigen Aufenthalt auf Sylt, in einem der Künstler-Apartments des kunst:raums. Frühere Inselschreiber waren Terézia Mora (2001), Moritz Rinke (2002), Feridun Zaimoglu (2003), Juli Zeh (2004), Thomas Hettche (2005), Jenny Erpenbeck (2006) und Jan Peter Bremer (2007) Mit der Ausschreibung für das 8. Sylt-Quelle Literaturstipendium „Inselschreiber“ wurde auch der Förderpreis der Stiftung kunst:raum sylt quelle vergeben. Er geht für 2008 an die Autoren Myriam Keil und Thomas Palzer, denen ein einmonatiger Aufenthalt auf Sylt ermöglicht wird, verbunden mit einer einmaligen Zuwendung von 750 €. Bücher von Franzobel
(18.12.2007)
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Björn Kern wurde mit dem Brüder-Grimm-Preis ausgezeichnet
Björn Kern erhielt für seinen Roman "Die Erlöser AG" den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau. Aus der Begründung der Jury:Als einer der ganz wenigen Gegenwartsautoren stellt sich Björn Kern in seinen Buch "Die Erlöser AG" den drängenden und häufig tabuisierten Problemen einer immer beängstigender überalternden Gesellschaft. Was geschieht in naher Zukunft mit den dementen und unheilbar Kranken? Halten bald neue Formen der Euthanasie Einzug? Kern schildert in bedrängenden Bildern die zerfallenden Innenwelten der Kranken und die gesellschaftlichen Veränderungen, die ihre Überzahl mit sich bringt. Der Ästhetik des Häßlichen und Abstoßenden gibt er ihre Würde durch teilnehmende Genauigkeit. Mehr zum Roman "Die Erlöser AG"
(16.11.2007)
Homepage des Brüder-Grimm-Preises
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Denis Johnson erhält den National Book Prize 2007
In der Sektion "Fiction" erhält Denis Johnson den National Book Prize 2007 für seinen Roman "Tree of Smoke". Der Rowohlt-Verlag, bei dem Denis Johnsons Werk hierzulande erscheint, wird den Roman 2008 in deutscher Übersetzung herausgeben. Bücher von Denis Johnson
(15.11.2007)
Homepage der National Book Foundation
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Norman Mailer ist gestorben
Norman Mailer starb am 10.11.2007 im Alter von 84 Jahren an einem Nierenversagen.Der zweimalige Pulitzer-Preis-Gewinner war über Jahrzehnte hinweg einer der prominentesten und zugleich streitbarsten Kritiker der amerikanischen Gesellschaft. Zu seinen bekanntesten Werken zählt sein Erstlingsroman "Die Nackten und die Toten", der auf seinen Erfahrungen als Soldat im Zweiten Weltkrieg basiert. Das Buch erschien 1948 und katapultierte Mailer sofort an die Spitze der literarischen Szene. Insgesamt schrieb der Sohn aus jüdischem Hause mehr als 40 Bücher sowie unzählige Essays.Quelle: Reuters
(10.11.2007)
Reuters
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Maxim Billers "Esra" bleibt verboten
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12.10.2007 darf Maxim Billers 2003 erschienener Roman "Esra" weiterhin nicht verbreitet werden. Zwei Richter widersprachen der Mehrheitsentscheidung des Gerichts. Eine Klage von Billers Ex-Freundin und deren Mutter, die sich in Personen des Romans wiedererkannt hatten über Schadensersatz in Höhe von 100.000 Euro gegen den Autor läuft weiterhin. Aus der Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts:"Im Jahr 2003 erschien im Verlag der Beschwerdeführerin der Roman "Esra" von Maxim Biller. Er erzählt bis in intimste Details die Liebesbeziehung zwischen Esra und dem Ich-Erzähler, dem Schriftsteller Adam. Der Liebesbeziehung stellen sich Umstände aller Art in den Weg: Esras Familie, insbesondere ihre herrschsüchtige Mutter Lale, Esras Tochter aus der ersten, gescheiterten Ehe, und vor allem Esras passiver schicksalsergebener Charakter. Auf Klage der ehemaligen Freundin des Autors und deren Mutter, die sich in den Romanfiguren Esra und Lale wieder erkennen und geltend machten, das Buch stelle eine Biographie ohne wesentliche Abweichung von der Wirklichkeit dar, untersagten die Zivilgerichte dem Verlag die Veröffentlichung und Verbreitung des Romans. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Verbot. Die hiergegen gerichtete Verfassungsbeschwerde des Verlages war teilweise erfolgreich. Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts stellte fest, dass die angegriffenen Entscheidungen die Beschwerdeführerin in ihrem Grundrecht auf Kunstfreiheit verletzen, soweit sie der Klägerin zu 2 (Mutter) einen Unterlassungsanspruch zusprechen. Soweit die Entscheidungen der Klägerin zu 1 (ehemalige Freundin) einen Unterlassungsanspruch in Form eines Gesamtverbotes des Romans zubilligen, sind sie hingegen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Die Richterin Hohmann-Dennhardt und der Richter Gaier sowie der Richter Hoffmann-Riem haben der Entscheidung eine abweichende Meinung angefügt."
(12.10.2007)
der vollständige Text der Pressemitteilung des BVG
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Doris Lessing erhält den Literatur-Nobelpreis 2007
Die 87jährige Britin Doris Lessing erhält den Nobelpreis für Literatur 2007. Aus der Begründung der Jury: "that epicist of the female experience, who with scepticism, fire and visionary power has subjected a divided civilisation to scrutiny"
(11.10.2007)
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Julia Franck erhält den Deutschen Buchpreis 2007 für ihren Roman "Die Mittagsfrau"
Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2007 ist Julia Franck, sie erhält die Auszeichnung für ihren Roman Die Mittagsfrau (S. Fischer). „Vor dem Hintergrund zweier Weltkriege erzählt Julia Franck die verstörende Geschichte einer Frau, die ihren Sohn verlässt, ohne sich selbst zu finden. Das Buch überzeugt durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. Ein Roman für lange Gespräche“, so die Begründung der sieben Jury-Mitglieder. Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2007 gehören an: Christian Döring (Lektor und Kritiker), Karl-Markus Gauß (Autor und Herausgeber der Zeitschrift „Literatur & Kritik“), Felicitas von Lovenberg (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Ijoma Mangold (Süddeutsche Zeitung), Rudolf Müller (Müller & Böhm, Literaturhandlung im Heine Haus), Mathias Schreiber (Der Spiegel) und Hajo Steinert (Deutschlandfunk).„Mit großer Mehrheit hat die Jury sich für Julia Francks Roman „Die Mittagsfrau“ als Preisträgerin für den Roman des Jahres 2007 entschieden. Dieser Entscheidung gingen energische und intensive Diskussionen aller Titel voraus; besonders wurde darüber gestritten, was ein deutschsprachiger Ge-genwartsroman jenseits von literarischen Moden und Konfektionsware zu leisten imstande ist“, sagt Jurysprecherin Felicitas von Lovenberg.
(05.10.2007)
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Shortlist für den Deutschen Buchpreis nominiert
Die sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2007 sind nominiert. „Wenn sieben Juroren aus zwanzig guten Büchern die sechs wichtigsten, aufregendsten und lohnendsten bestimmen sollen, kann es nicht bei jedem Titel Einmütigkeit geben“, sagt Jury-Sprecherin Felicitas von Lovenberg. „Nach einer Sitzung voller Plädoyers, Liebeserklärungen und Leidenschaftsattacken hat sich die Jury schließlich auf sechs starke Finalisten geeinigt, die zeigen, wie ungewöhnlich reichhaltig diese Buchsaison ist.“ Die Jury hat in den letzten fünf Monaten insgesamt 117 Titel gelesen, die zwischen dem 1. Oktober 2006 und dem 12. September 2007 erschienen sind.Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge): - Julia Franck: Die Mittagsfrau (S. Fischer, September 2007)
- Thomas Glavinic: Das bin doch ich (Hanser, August 2007)
- Michael Köhlmeier: Abendland (Hanser, August 2007)
- Katja Lange-Müller: Böse Schafe (Kiepenheuer & Witsch, August 2007)
- Martin Mosebach: Der Mond und das Mädchen (Hanser, August 2007)
- Thomas von Steinaecker: Wallner beginnt zu fliegen (FVA, Februar 2007)
(13.09.2007)
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Longlist für den Deutschen Buchpreis nominiert
Die Jury hat entschieden, wer in die engere Auswahl für den Deutschen Buchpreis 2007 kommt. „Ohne uns von Prominenz verführen oder Originalitätsdruck ablenken zu lassen, haben wir eine Auswahl von zwanzig Titeln getroffen, die die außergewöhnliche Vielfalt und Vitalität spiegelt, mit der sich die deutschsprachige Literatur zumal in diesem Herbst präsentiert“, sagt Jury-Sprecherin Felicitas von Lovenberg. „Die Themen, ob in der Auseinan-dersetzung mit deutscher Geschichte, aktuellen gesellschaftlichen Fragen oder literaturhistorischen Stoffen, sind so breit gestreut wie selten, und die Autoren begegnen ihnen mit unterschiedlichsten Erzählweisen.“ Insgesamt 117 Titel, die zwischen dem 1. Oktober 2006 und dem 12. September 2007 erschienen sind oder noch erscheinen, wurden von den sieben Jurymitgliedern in den letzten fünf Monaten gesichtet.Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge): • Thommie Bayer: Eine kurze Geschichte vom Glück (Piper, August 2007) • Larissa Boehning: Lichte Stoffe (Eichborn Berlin, August 2007) • Julia Franck: Die Mittagsfrau (S. Fischer, September 2007) • Thomas Glavinic: Das bin doch ich (Hanser, August 2007) • Lena Gorelik: Hochzeit in Jerusalem (SchirmerGraf, März 2007) • Sabine Gruber: Über Nacht (C.H. Beck, Januar 2007) • Peter Henisch: Eine sehr kleine Frau (Deuticke, August 2007) • Michael Köhlmeier: Abendland (Hanser, August 2007) • Katja Lange-Müller: Böse Schafe (Kiepenheuer & Witsch, August 2007) • Michael Lentz: Pazifik Exil (S. Fischer, August 2007) • Harald Martenstein: Heimweg (C. Bertelsmann, Februar 2007) • Pierangelo Maset: Laura oder die Tücken der Kunst (kookbooks, September 2007) • Robert Menasse: Don Juan de la Mancha (Suhrkamp, August 2007) • Martin Mosebach: Der Mond und das Mädchen (Hanser, August 2007) • Mathias Nolte: Roula Rouge (Deuticke, März 2007) • Gregor Sander: abwesend (Wallstein, März 2007) • Arnold Stadler: Komm, gehen wir (S. Fischer, Mai 2007) • Peter Truschner: Die Träumer (Zsolnay, März 2007) • John von Düffel : Beste Jahre (DuMont, August 2007) • Thomas von Steinaecker: Wallner beginnt zu fliegen (FVA, Februar 2007)
(16.08.2007)
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