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Günter de Bruyn

Als Poesie gut. Schicksale aus Berlins Kunstepoche 1786 bis 1807

Frankfurt/M.: S. Fischer Verlag 2006. Gebunden, 512 Seiten.

Berlin in den Jahren um 1800. Zwischen Schloß und Charité, Münzstraße und Köllnischem Fischmarkt erlebt der Leser die Schicksale der Schadow und Schinkel, der Tieck, Clausewitz, Kleist und Zelter. Er blickt in die Salons der Henriette Herz und der Rahel Levin und wird mit den Liebes- und Kriegsabenteuern des Prinzen Louis Ferdinand vertraut.

Während anderswo in Europa Kriege toben, erlebt die Haupt- und Residenzstadt des neutralen Preußen eine erstaunliche kulturelle Blüte. In ständiger Korrespondenz mit Weimar wird die werdende Großstadt durch Frauen und Männer verschiedener Gesellschaftsschichten zu einem künstlerischen und geistigen Zentrum, in dem sich der Umbruch zum bürgerlichen Zeitalter vollzieht.

De Bruyns großangelegter Essay zu dieser klassischen Zeit Berlins bietet eine imponierend detailgenaue Geistesgeschichte in Porträts und Bildern und verzaubert durch Erzählen. An der Wahl des Titels - ›Als Poesie gut!‹- beweist sich die leise Ironie, die schon immer ein wesentliches Kennzeichen des de Bruyn’schen Stils gewesen ist, denn mit diesem Ausspruch begründete König Friedrich Wilhelm III., der wenig kunstsinnige Gemahl der legendären Königin Luise, einst die Ablehnung einer politischen Denkschrift.


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